„Das hab’ ich meiner Mama zu verdanken“

„Das hab’ ich meiner Mama zu verdanken“

1. November 2021 Allgemein 0

Der Dieburger Ringer Tom Ouzounis ist nach großem Orga-Stress in beiden Stilarten Griechischer Meister geworden

In diesen Tagen wird der Dieburger Tom Ouzounis 14 Jahre alt. Zu feiern hatte er zuletzt aber auch ohne seinen Geburtstag einiges: Das Toptalent im Ringen, besonders im freien Stil, wurde in den vergangenen Wochen nicht „nur“ Deutscher Meister der A-Jugend und DM-Dritter der B-Jugend; nun sicherte sich Ouzounis in seiner Gewichtsklasse auch noch die Titel im freien und im klassischen Stil bei den Griechischen Meisterschaften. Der Weg dorthin war mit großem Stress verbunden.

Vor allem für Toms Mutter: „Dass ich in Athen starten konnte, das hab’ ich meiner Mama zu verdanken“, sagt der junge Kampfsportler. Doch der Reihe nach: Weil Tom Ouzounis die deutsche und die griechische Staatsbürgerschaft besitzt, bis zu seinem 15. Lebensjahr für beide Nationen ringen darf und die hessischen Landestrainer Jens Gündling und Peter Weisenberger grünes Licht für die zusätzlichen Titelkämpfe in Griechenland gegeben hatten, konnte der Dieburger für das Gastspiel melden.

„Am Anfang war die Meisterschaft in Serres in Nordgriechenland geplant, eine Stunde von Thessaloniki entfernt.“ Entsprechend buchte die Familie in dieser Großstadt das Hotel. „Dann hieß es, die Meisterschaften finden in Larissa statt, das ist dann schon anderthalb Stunden von Thessaloniki weg.“ Weil in Griechenland die Corona-Zahlen zuletzt stiegen, verlegte der griechische Verband die Meisterschaften dienstags kurzerhand nach Athen. Samstags und sonntags sollte Ouzounis auf die Matte gehen.

Also hatte „die Mama Stress, weil sie alle gebuchten Flüge und Hotels stornieren und alles wieder neu buchen musste“, erzählt der Goetheschüler. Die kurzfristige Verlegung in die Hauptstadt sorgte auch für geringere Teilnehmerzahlen: „Weil es für viele Sportler aus dem Norden aus Kostengründen schwer war, bis nach Athen zu reisen, waren auch nur die Sportler da, die sich Titelchancen ausrechneten.“ Entsprechend musste auch Tom Ouzounis in beiden Stilarten nur je einen Gegner besiegen, um Meister zu werden. Im freien Stil schlug er einen ebenbürtigen Kontrahenten fast in letzter Sekunde; im griechisch-römischen Stil gewann er gegen einen selbstbewussten, aber nicht clever ringenden Gegner. „Er wollte Tom gleich schleudern, was Tom aber umging, indem er sich hat rausdrängen lassen“, berichtet Vater Thomas Ouzounis. „Im nächsten Zug hat dann Tom seinen Gegner geschultert.“

Trotz des Hin und Her im Vorfeld bleiben dem Dieburger nicht nur wegen der zwei Goldmedaillen gute Erinnerungen: „Bei der Meisterschaft selbst war es organisatorisch auf jeden Fall mit Deutschland zu vergleichen. Die Stimmung war sehr gut und vor allem die Ansage der Finalkämpfe war sensationell. Natürlich mit dem Klang der Hymne – alles auch sehr emotional!“ Durch die Titel in Griechenland dürfte der Dieburger am kommenden Wochenende sogar bei den staatenübergreifenden Balkan-Meisterschaften mitmachen. Dort wird Tom Ouzounis aber nicht antreten, da der Gesundheitszustand seines Großvaters – dem er schon seinen DM-Titel widmete – eine weitere Reise der Familie aktuell nicht zulässt. jd

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